Burgen im Ordensland Preussen- Teil 1 Mehlsack

                                                                       Burgen im Ordensland Preussen   Teil 1   Bistum Ermland 

                                                            Mehlsack –Pieniezno   Burg des ermländischen Domkapitels  (Kammeramtssitz)

Nach Mehlsack verirrt sich so leicht kein Besucher. Es ist wirklich ein kleiner unspektakulärer Ort auf der Durchreise nach Frauenburg. Man findet diesen nur wenn man es ganz fest will;) Etliche Kriegschäden sind an Häusern noch zu sehen, ein verschlafener Ort abseits der Besucherströme.IMG 6900

Aber ..... ich wollte natürlich zur Burg. Sie ist leider in einem schlechten Zustand und lässt sich auch nicht von allen Seiten begehen. Ich habe versucht das beste Bildmaterial zu erstellen, natürlich ist auch alles abgesperrt. Schön wäre sicher eine Besichtigung des Kellers gewesen.  

 

 

Ein Geheimtipp, wer war schon in Mehlsack! Daneben steht eine schöne Backsteinkirche die es zu besichtigen lohnt.

 

Ermländisches  Domkapitel  Mehlsack

 IMG 6905

Die beiden nach Braunsberg ältesten ermländischen Burgen in Wormditt und Mehlsack gehören noch zu den unregelmäßig angelegten Wehrbauten im Hochstift Ermland. Die Burg in Mehlsack hat einen verzogenen trapezförmigen Grundriss mit einem Hauptflügel im Westen und einem niedrigen Nebenflügel imNorden. Trotz verschiedener Umbauten ist der viergeschossige, 47,5 m lange Westflügel in seiner mittelalterlichen Substanz noch weitgehend erhalten. Das Hauptgeschoss besaß ursprünglich drei große Säle, die vermutlich durch einen hölzernen Laubengang miteinander verbunden waren.

Aufmerksamkeit verdient auch das obere Speicher und Wehrgeschoß mit je 13 originalen Fensteröffnungen an den Längsseiten. In seiner Gesamtanlage zeigt die Burg in Mehlsack noch keine unmittelbare Vorbildwirkung der klassischen Burgentypen des Deutschen Ordens. Erst bei den nach 1350 begonnenen regelmäßig strukturierten Burgen in Allenstein, Heilsberg, Rössel und Seeburg lässt sich ein größerer architektonischer Ehrgeiz der ermländischen Bischöfe erkennen.IMG 6913

Das Gebiet von Mehlsack , benannt nach der prußischen Burg `Malcekuke`,kam 1288 in den Besitz des ermländischen Domkapitels .Die neben der Burg angelegte Siedlung erhielt 1312 ihre Handfeste zu kulmischen Recht.

Die Steinburg wurde im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts errichtet.

In den Kriegen 1414 und 1520 trug die Burg Schäden davon, ebendso bei der schwedischen Besetzung 1626. Zwischen  1626 und 1643 kam es zu einem größeren Umbau, von den heute am augenfälligsten der Renaissancegiebel des Westflügels zuegen. Im19.Jh. zog das Amtsgericht in die Burg ein und nutzte die Räume bis 1945. Nach Kriegsbeschädigungen wurde der Westflügel provisorisch gesichert, ist aber heute ungenutzt und in einem desolaten Zustand. Vom Nordflügel stehen nur noch die Aussenmauern.

 

 

(Quelle :Handbuch zu den Deutschordens-und Bischofsburgen in Ost-und Westpreussen    

                Christopher Herrmann , Michael Imhof Verlag  2015 ( gekürzt)

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